Von der Ligerz-Tessenberg-Bahn (LTB) zur Standseilbahn Ligerz – Prêles («vinifuni»)
Die Vorgeschichte der LTB beginnt am Auffahrtstag des Jahres 1895, als drei Männer (Charles Favre, Regierungsstatthalter, Arnold Gauchat, Gemeindepräsident und David-Louis Rossel, Gastwirt) beschliessen, eine Bahn von Ligerz nach Prêles zu bauen, um das Plateau de Diesse mit der Talstation von Ligerz zu verbinden. Für den Bau einer Bahn war eine Konzession des Bundes nötig, die das Zürcher Ingenieurbüro Froté und Westerman im Auftrag der drei Initianten 1905 einreichte. Im Juni 1906 erteilte die Bundesversammlung die Bewilligung für eine "elektrische Drahtseil- (ev. Zahnrad-) Bahn von Ligerz nach Prêles". Die für den Betrieb der Bahn nötige Aktiengesellschaft wurde am 29. April 1910 in Biel gegründet.Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde die neue Bahn am 8. Juni 1912 eröffnet und am 9. Juni 1913 - fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Eröffnung der LTB - weihten die SBB den neuen Bahnhof Ligerz ein, von dem aus die Reisenden mühelos in die LTB umsteigen können. Die Bahn bestand aus zwei Fahrzeugen in Holzkonstruktion und bot Platz für 40 Personen. Sie hatte zwei offene Führer- und Güterplattformen, zwei geschlossene und zwei teilweise offene Personenabteile. Die Fahrpreise für die Bergfahrt betrugen 80 Rappen, für die Talfahrt 60 Rappen.
Die Zahl der beförderten Personen stieg von 9 640 (im Jahr 1913) auf 70 575 (im Jahr 1929). In den Dreissigerjahren verlief sie rückläufig. Das Maximum wurde 1947 mit 178 042 Passagieren erreicht.
1931 übernahm die LTB als Postautohalterin die Bedienung der Bergstation Prêles-Nods mit einem 18-plätzigen Saurercar, zu dem 1936 ein weiterer Car mit 31 Plätzen stiess. Gleichzeitig wurde die LTB-Linie von Prêles nach La Neuveville ausgedehnt, womit sich die Streckenlänge des LTB-Postauto-Betriebs auf 10 Kilometer verlängerte. 1974 nahm ein Schulbus den Betrieb auf und 1976 ein neuer Autobus. 1949 wurden die beiden alten Holzwagen durch zwei neue Aluminium-Leichtstahl-Wagen ersetzt, die von der die Firma Gangloff in Bern gebaut wurden und die Platz für 60 Personen boten. Gleichzeitig fanden mehrere Anpassungen an mechanischen und elektrischen Einrichtungen statt.
Zu Beginn des 21.Jahrhunderts fusioniert die LTB mit der Aare Seeland mobil AG (asm). Die Aktionäre der beiden Bahnunternehmen stimmen an ihren Generalversammlungen am 21. Juni 2003 (LTB) und am 26. Juni 2003 (asm) mit überwältigendem Mehr der Fusion - und damit der Sanierung und dem Umbau - zu.
Nach einer halbjährigen Sanierungsphase, zu der neben der Sanierung der Strecke Ligerz – Prêles auch der Teilumbau der beiden Stationen gehörte, nimmt die neue Bahn- eine so genannte Windenbahn- am 17. Mai 2004 ihren Betrieb unter dem neuen Label «vinifuni» wieder auf und fährt bereits im ersten Jahr (2004) mit gegen 92’000 beförderten Personen ein Spitzenergebnis ein. Das Angebot der neuen Seilbahn „vinifuni“ stosst auf breite Resonanz, insbesondere bei den Ausflüglern und so wurde im 2005 mit 102'698 erstmals in der Geschichte die Hunderttausender-Marke überschritten.Die neue Bahn hat eine Transportkapazität von 50 Personen und verkehrt mit einer Fahrgeschwindigkeit von 5 Meter pro Sekunde. Sie ist optimal in den ÖV-Taktfahrplan integriert. Aare Seeland mobil erschliesst damit die Region nicht nur touristisch, sondern auch als komfortable Pendlerbahn. Berg- und Talstation sind behindertengerecht umgebaut worden.
Die neue Bahn in Zahlen:
| Höhe der Talstation Ligerz: | 437 m ü. M |
| Höhe der Bergstation Prêles: | 820 m ü. M |
| Höhendifferenz: | 383 m |
| Neigung der Strecke: | 23 – 40% |
| Streckenlänge: | 1198 m |
| Spurweite: | 1000 mm |
| Reisegeschwindigkeit: | 5,0 m/sec |
Weitere Informationen finden Sie hier: www.vinifuni.ch.
